Die Mitglieder des Kinderschutzbundes werden 4x jährlich über die Neuigkeiten bei uns informiert. Da wir viele Fragen bekommen, wie es uns eigentlich in der Corona-Zeit ergangen ist (und noch ergeht), möchten wir den Brief mit Antworten dazu an dieser Stelle veröffentlichen:

Es gibt Wichtigeres im Leben,

als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen

(Mahatma Gandhi)


Wir leben in merkwürdigen, besonderen Zeiten, in denen wir sicherlich über Vieles, was unser Leben ausmachte, nachdenken und es neu bewerten konnten. Oft war von „Entschleunigung“ die Rede in den ersten Wochen der Corona Pandemie. Manche konnten das genießen, für andere war es eine große Herausforderung. Besonders Familien gerieten mit der Zeit an ihre Grenzen. Nicht alle Eltern verfügen über ausreichend Platz oder gar über Garten/Balkon, nicht alle Eltern sind in der Lage, ihre Kinder angemessen zu unterrichten. Vielen fehlt es ganz einfach an der technischen Ausrüstung, andere stoßen auch fachlich an ihre Grenzen, von der Zeit und Geduld ganz zu schweigen.

Wir im Kinderschutzbund mussten schnell auf die neue Situation reagieren und gut überlegen, wie viel wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zumuten konnten, ohne die Kinder und Familien dabei aus dem Blick zu verlieren. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, inklusive unserem Vorstand, haben ein unglaubliches Engagement gezeigt und bewiesen, dass ihnen die Lobby für Kinder ein echtes Anliegen ist. Die große Solidarität, die wir auch von außen durch bestehende und neue Kontakte erfahren haben, hat uns in dieser anstrengenden Zeit unglaublich gut 12getan. Zum Beispiel haben wir viel Unterstützung von engagierten Frauen erhalten, die für uns Mund-Nase-Masken genäht haben. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt, das war für uns wirklich eine große Hilfe!

Leider mussten wir den Abenteuerspielplatz und das Müttercafé zunächst ganz schließen und uns hier auf Reinigungs- und Renovierungsarbeiten konzentrieren. Erst nach einigen Wochen konnten wir vorsichtig, nach allen Regeln der Hygienekunst, die Türen wieder einen Spalt öffnen. Das Lachen und Schreien der Kinder auf dem Abenteuerspielplatz hat noch nie so gut getan!

In unserer Erziehungsberatungsstelle & Kinderschutz-Zentrum sowie unserer Anlaufstelle Frühe Hilfen haben wir den Betrieb aufrechterhalten so gut es eben ging. In der Beratung konnten wir viel auf telefonische Kontakte ausweichen, aber unsere Frühen Hilfen waren natürlich weiterhin auch in den Familien unterwegs – Babys kennen keine Pause und benötigen schnelle Unterstützung. Auch kann hier nicht immer der nötige Abstand eingehalten werden, da helfen dann nur medizinische Masken und gute Desinfektion, beides konnten wir zum Glück auch zur Verfügung stellen.

Das Thema unseres neuen „Kinderschutz Aktuell“-Heftes lautet „Übergänge schaffen“. Kinder stehen in ihren Entwicklungen vor vielen Veränderungen, bei denen sie die Begleitung von uns Erwachsenen benötigen. Und da sind eben nicht nur die Eltern gefragt, auch das wurde in dieser Corona geprägten Zeit sehr deutlich. Hier wurde noch einmal ganz deutlich, wie sehr diese Bezugspersonen auch fehlen, wenn es um mögliche Aufdeckung von Kindeswohlgefährdung geht.

„Wie kann’s klappen?“ fragt unser Heft*. Mit jedem Übergang, sei es in die Kita, in die Grundschule oder in die weiterführende Schule, ändern und mehren sich auch die Bezugs- und Vertrauenspersonen der Kinder, die ihnen im besten Fall Sicherheit in der Veränderung geben. Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer/Lehrerinnen können das sein, aber auch unsere Pädagoginnen und Pädagogen auf dem Abenteuerspielplatz oder in der Kindersprechstunde. Wir im Kinderschutzbund Aachen begleiten Eltern übrigens seit Jahren bei dem Übergang in die Grundschule durch Informationsvorträge „Die beste Schule für mein Kind“ bei den Info-Abenden der Schulen.

Eigentlich läge diesem Schreiben auch unsere jährliche Einladung zur Mitgliederversammlung bei. Wie Sie sich denken können, müssen wir den Termin dafür in den Herbst schieben. Selbstverständlich bekommen Sie rechtzeitig Bescheid zu dem Termin – Sie sind bereits jetzt herzlich eingeladen, sich bei dieser Gelegenheit aus erster Hand über unsere Arbeit zu informieren.

Zum Schluss bleibt uns ein Dankeschön auch an Sie zu sagen. Durch Ihre Mitgliedschaft helfen Sie uns durch diese Zeit. Sie wissen, wie sehr wir auch auf Spenden angewiesen sind, um für die Aachener Kinder und Familien da zu sein. Diese Art der finanziellen Hilfe ist momentan stark eingebrochen, Ihr Mitgliedsbeitrag ist daher für uns ein zuverlässiges Element der Gesamtfinanzierung.

 

Wenn Sie uns etwas Gutes tun möchten, kaufen Sie bei der Bäckerei Moss den „Glücksstern“. Bei jedem Kauf fließt 1 Euro direkt an den Kinderschutzbund. Übrigens auch ein schönes Mitbringsel…

* https://www.dksb.de/de/unsere-arbeit/publikationen/ksa-kinderschutz-aktuell/

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok